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Dr. Stefan Grill vom größten Bitcoin-ATM-Aufsteller Europas im Interview

22. September 2020

Während man sich in Deutschland seit jeher schwer mit Bitcoin-Automaten tut, befinden sich diese in Europa immer weiter auf dem Vormarsch. Die meisten Bitcoin ATMs stehen dabei in Österreich. Kein Wunder also, dass der größte Bitcoin-Automatenhersteller Europas aus Österreich kommt. Um mehr über das Bitcoin-Automaten-Business zu erfahren, haben wir ein Interview mit dem Kurant-Geschäftsführer Dr. Stefan Grill geführt.

Das Interview wurde zuerst in der September-Ausgabe vom Kryptokompass veröffentlicht.

Warum sollte man als Nutzer überhaupt Bitcoin an einem Automaten erwerben? Die Gebühren sind schließlich in der Regel höher als im Online-Brokerage.

Die Bitcoin-Automaten stellen im Vergleich zu Online-Börsen den schnellsten und einfachsten Zugang zu Kryptowährungen dar. Gleichzeitig sind die Transaktionen sehr sicher, weil wir uns als Unternehmen allen Vorgaben der verschiedenen Finanzmarktaufsichten unterworfen haben und einen geschulten, telefonischen Kundensupport anbieten.

Könnt ihr Aussagen zu der Demographie eurer Kunden treffen? Eher jung oder alt? Weiblich oder männlich?

Das können wir nicht, worüber wir uns auch prinzipiell sehr freuen. Unsere Kunden gehören allen Altersklassen und Geschlechtern an. Das zeigt uns, dass das Interesse an Kryptowährungen in allen Bereichen der Gesellschaft vorhanden ist und unsere Automaten entsprechend gut angenommen werden. Auch der freiheitliche Gedanke hinter dieser Verteilung gefällt uns sehr. Bitcoin ist als dezentrale Währung für alle da und sollte auch genauso angenommen werden.

Nun ist euer Kernmarkt Österreich, der in Europa führend bei Bitcoin ATMs ist. Seht ihr auch eine Chance, auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen?

Wir haben in Österreich gestartet, sind aber inzwischen auch europäischer Marktführer für das Betreiben von Bitcoin ATMs. Das bedeutet, dass wir auch Standorte in Spanien, Griechenland, den Niederlanden oder Italien haben. Davon abgeleitet, sind wir uns natürlich sicher, dass es Potenziale auf dem deutschen Markt gibt. Gleichzeitig ist Deutschland regulatorisch ein sehr herausfordernder Zielmarkt, weswegen wir der Meinung sind, dass nur die Kooperation mit einem Bankinstitut einen sinnvollen Markteintritt gewährleisten kann.

Erst kürzlich hat die BaFin Bitcoin ATMs in Deutschland vom Betreiber Shitcoins.club geschlossen. Wie beurteilt ihr die Chancen von regulatorischer Seite, in Deutschland ein erfolgreiches Geschäft zu betreiben?

Als Unternehmen ist es Kurant sehr wichtig, die regulatorischen Anforderungen des jeweiligen Landes komplett einzuhalten. Das hat den Grund, dass wir auch nur so ein nachhaltiges Geschäftsmodell betreiben können. Deshalb glauben wir weiterhin, dass die Kontrolle seitens der Behörden dazu beiträgt eine Chancengleichheit auf dem Markt zu schaffen, ganz zu schweigen von der Sicherheit für den jeweiligen Endkunden. Trotz der jüngsten Entwicklungen sehen wird Deutschland als Standort, an dem wir sehr gerne tätig werden würden.

Welche digitalen Assets neben Bitcoin könnt ihr euch vorstellen in Zukunft über eure Automaten zu vertreiben?

Wir vertreiben an unseren Automaten bereits die wichtigsten Altcoins wie Ether, Litecoin, Dash oder Bitcoin Cash. Den größten Umsatzanteil macht trotzdem noch Bitcoin aus. Wir sind grundsätzlich immer offen für die Listung weiterer Assets, was aber von der jeweiligen Nachfrage bestimmt wird. Im Moment können wir diese außerhalb der vorhandenen Coins noch nicht feststellen. Gleichzeitig ist für eine Listung auch immer wichtig, dass sich die Assets unseren Compliance-Auflagen entsprechend verhalten und langfristig angeboten werden können.

Gibt es neben Wechselgebühren noch weitere Einnahmen mit denen die Kurant GmbH plant, Erträge zu erzielen?

Über den zwischenzeitlich sehr internationalen Footprint der Kurant werden wir zukünftig in Kooperation mit unserer Mutter Coinfinity weitere Krypto-Produkte am Markt außerhalb Österreichs anbieten.

Konntet ihr während dem Corona-Ausbruch eine verstärkte Nutzung durch verunsicherte Anleger an den ATMs beobachten?

Seit des Ausbruchs von COVID-19  können wir eine verstärkte Nachfrage von Kryptowährungen registrieren. Allerdings haben wir hauptsächlich unter der Entwicklung gelitten. Das liegt daran, dass unsere Automaten bei vielen Einzelhändlern platziert sind. Durch die Schließung dieser Ladenlokale konnten auch unsere Automaten leider nicht weiter genutzt werden. Wir empfinden die Entwicklung allerdings insofern interessant, als sich mehr Menschen denn zuvor Gedanken über alternative Assets zu machen scheinen.

Wie geht es bei euch nun weiter?

Wir haben dieses Jahr Automatenstandorte in den Ländern Spanien und Griechenland eröffnet. Ein weiterer Fokus wird sein, die Position in diesen Ländern auszubauen. Abgesehen davon sind wir natürlich laufend auf der Suche nach interessanten Optionen in anderen europäischen Ländern. Sobald wir dazu Konkretes sagen können, lassen wir Euch das gerne wissen.

Abschließend der Blick in die Glaskugel: Was schätzt du, wo der Bitcoin-Kurs Ende 2020 steht?

Als Teil des Krypto-Marktes sind wir natürlich von einer weiteren und langfristigen Steigerung des Bitcoin-Kurses überzeugt. Von konkreten Prognosen möchte ich allerdings Abstand nehmen, dafür hat uns alle die Kursentwicklung schon oft genug plötzlich überrascht.

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